SITZ - Das Allroundsignal

Das Signal SITZ ist vermutlich das erste Signal, das jeder Hund lernt. Leckerchen über die Nase und schon plumpst der Hund auf den Popo. Nach ein paar Wiederholungen lernt er also: "Wenn ich auf dem weichen Teppich im Wohnzimmer bin, mein Mensch den Finger nach oben hält und ein Geräusch macht, dann soll ich mich mit dem Popo auf den Boden setzen." Perfekt. Der Hund kann Sitz. Haken dran. Nächstes Signal.
Nun ja, schauen wir mal, was er auf dem Hundeplatz über das Signal SITZ denkt: "Da sind andere Hunde. Mein Mensch will was von mir. Da sind andere Hunde! Ah, den Finger kenne ich, aber wo ist der weiche Teppich? Hier ist nur Rasen. Da sind andere Hunde!! Ok, jetzt wird mein Mensch laut. Das finde ich doof. Wenn ich Zuhause auf den Popo plumpse, macht ihn das fröhlich. Das probiere ich aus. Hat funktioniert! Ich habe ein Leckerchen bekommen und mein Mensch scheint zufrieden. Schnell zu den anderen Hunden!!!"

Ein Hund lernt immer kontextbezogen. Das bedeutet, damit das SITZ immer und überall funktioniert, muss er es generalisieren. SITZ heißt sitzen bei jedem Wetter, unter Ablenkung, auf jedem Untergrund und so weiter. Und dann hat er meistens gelernt, dass SITZ das Sitzen vor seinem Menschen bedeutet. Was ist mit dem Sitzen neben seinem Menschen oder auf Distanz? Auch das muss gelernt werden.
Hat der Hund einmal ein zuverlässiges SITZ gelernt, mit Auflösesignal und ausgeschlichenem Sichtzeichen, ist es Gold wert! Man kann den Hund stoppen und ihn fixieren. Zuverlässig.

Teste doch mal bei Deinem nächsten Spaziergang, wie Dein Hund das SITZ verknüpft hat. Setzt er sich auf unterschiedlichen Untergründen? Setzt er sich in verschiedenen Situationen? Vielleicht sogar auf Distanz? Falls Dein Hund gesundheitliche Probleme hat, dann beziehe das bitte immer in die Übungen mit ein. Viel Spaß beim Ausprobieren ;).

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